Was passiert während einer kieferorthopädischen bzw. orthodontischen Behandlung?

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Was passiert während einer kieferorthopädischen bzw. orthodontischen Behandlung?

Der Kieferorthopäde versucht mit Hilfe schwacher elastischer Kräfte, die Zähne in eine ideale Position zu bewegen und so Zahnstellungs- und Bissfehler auszugleichen. Dabei nutzt man den Umstand, dass der Knochen ein besonders umbaufähiges Gewebe ist. Gekennzeichnet ist dieser Gewebeumbau durch An- und Abbauvorgänge infolge alternierender Tätigkeit der Osteoblasten (knochenbildende Zellen) und Osteoklasten (knochenabbauende Zellen).

Die Umstellung der Kau-, Zungen- und Wangenmuskulaturtätigkeit bzw. die Behebung von muskulären Fehlfunktionen spielen dabei ebenso eine wichtige Rolle. Sowohl der Gewebeumbau (Zahn- und Kieferstellungsveränderungen) als auch die Umstellung der Muskeltätigkeit kommen im Wesentlichen unter der Einwirkung kieferorthopädischer Apparate zustande. Sie greifen in die Funktion des Kausystems ein und ändern die Funktion im Kauorgan ab, was wiederum zu einer funktionellen Anpassung führt.

Moderne Kieferorthopädie bietet sehr umfangreiche Möglichkeiten und ist sehr vielseitig einsetzbar. Der große Vorteil liegt in der schonenden und subtilen Behandlungsweise und darin, daß am Ende der Behandlung keine Fremdmaterialien oder " künstliche Teile" im Mund sind, sondern wiederum nur die eigenen unversehrten Zähne.

Zur berühmten "Spange in der Nacht", den aus dem Mund herausnehmbaren Apparaturen also, gesellt sich eine umfangreiche Palette festsitzender Behandlungstechniken, welche die Präzision in der Erlangung wirklich regelmäßiger Zähne vervielfachen. Solche Kieferorthopädie löst - gelegentlich in Kombination mit Kieferchirurgie - sogar äußerst schwierige kieferorthopädische Probleme.

Moderne, weniger sichtbare Methoden, innenliegende Apparaturen oder zahnfarbene Brackets zum Beispiel, erleichern die gesellschaftliche Akzeptanz; die heutigen Apparaturen sind klein, sehr effektiv, präzise und zahnschonend, die Behandlungsdauer kann vergleichsweise kurz gehalten werden: freilich, viel Geduld braucht der Kieferorthopädie-Patient schon. Die Dauer solcher Behandlungen liegt zwischen 6 und 30 Monaten, abhängig von Alter, Schwere des Problems und - nicht zuletzt - Mitarbeit seitens des Patienten.

Gleichwohl kann man auch damit nicht zaubern. Kieferorthopädische Behandlungen erfordern viel planerische Sorgfalt seitens des Arztes und viel Geduld, Toleranz und Mitarbeit seitens des Patienten. Das kann gar nicht genug betont werden. Erst alles zusammen bringt den Erfolg, eines alleine reicht nicht.

Aber danach ein Leben lang ein beneidenswert schönes Lächeln mit den eigenen, unversehrten Zähnen, ist das nicht ein lohnendes Ziel?


 

 

Bei der Behebung von Gebissfehlentwicklungen spielen vor allem drei Faktoren eine Rolle:

  • der Gewebeumbau,
  • die funktionelle Anpassung und
  • die Umstellung der Muskeltätigkeit.

 

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