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Steuerung der Entwicklung des Kauorgans
Die Vorstellung, Korrekturen der Zahn- und Kieferstellung durch Lenken der vorhandenen Wachstums- und Entwicklungskräfte erreichen zu können, bestimmt wesentlich die Denkschule der europäischen Kieferorthopädie (im Vergleich zur amerikanischen, welche die aktive Zahnbewegung durch fix installierte kraftausübende Mechaniken verfeinert hat).
Dem gegenüber hat die aktive Zahnbewegung durch abnehmbare Platten, Federn etc. an Bedeutung verloren (das können fixe Apparaturen genauer).
- Die ohnehin schon von Haus aus im Gesicht wirksamen Wachstums- und Entwicklungskräfte werden durch geeignete (meist nur nachts zu tragende) so genannte Funktionskieferorthopädische Geräte (FKO-Geräte) beeinflußt und zum positiven Nutzen des Patienten umgelenkt.
- Die im Gesicht- und Halsbereich wirksamen Muskeln (ja sogar bis hin zu den Muskeln des Schulterbereichs und des ganzen Rückens) wirken wesentlich mit an der Ausformung des Kauorgans. Asymmetrien, Fehlhaltungen, falsche Gewohnheiten (Habits) müssen ausgeschaltet bzw. umgelernt werden. Hier greifen auch Therapiemethoden aus der Logopädie, Kinesiologie und Osteopathie mit ein.
- Die Steuerung des Zahndurchbruchs ist u.a. durch die Gesteuerte Extraktionstherapie möglich. Darunter versteht man das Ziehen bestimmter Zähne im genau richtigen Augenblick, um bestimmten anderen, wichtigeren Zähnen die korrekte und problemlose Einordnung in den Zahnbogen zu ermöglichen.

